Эрих Кестнер - Das doppelte Lottchen / Близнецы. Книга для чтения на немецком языке стр 7.

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Nacherzählung:

1.Lotte und Luise entdecken neue Kontinente.

2.Rätsel über Rätsel.

3.Der entzweigeteilte Vorname der Mutter.

4.Eine ernste Fotografie und ein lustiger Brief vom Vater.

5.Steffies Eltern lassen sich scheiden.

6.Darf man Kinder trennen?

Viertes Kapitel

Die Ferien gehen dem Ende zu. In den Schränken sind die Stapel frischer Wäsche zusammengeschmolzen. Die Betrübnis, das Kinderheim bald verlassen zu müssen, und die Freude aufs Zuhause wachsen gleichmäßig.

Frau Muthesius plant ein kleines Abschiedsfest. Der Vater eines der Mädchen, dem ein Kaufhaus gehört, hat eine große Kiste Lampions, Girlanden und viele andere Dinge geschickt. Nun sind die Helferinnen und die Kinder eifrig dabei, die Veranda und den Garten schön zu schmücken. Sie schleppen Küchenleitern von Baum zu Baum, hängen bunte Laternen ins Laub, schlingen Girlanden von Zweig zu Zweig und bereiten auf einem langen Tisch eine Tombola vor. Andere schreiben auf kleine Zettel Losnummern. Der Hauptgewinn: ein Paar Rollschuhe! Wo sind eigentlich die Locken und die Zöpfe?, fragt Fräulein Ulrike. (So nennt man neuerdings47 Luise und Lotte.)

Oh, die!, meint Monika abfällig. Die werden wieder irgendwo im Gras sitzen und sich an den Händen halten, damit der Wind sie nicht auseinander weht!


Die Zwillinge sitzen nicht irgendwo im Gras, sondern im Garten. Sie halten sich auch nicht an den Händen dazu haben sie keine Zeit , sondern haben Heftchen vor sich liegen, halten Bleistifte in der Hand, und im Augenblick diktiert Lotte gerade der emsig kritzelnden Luise: Am liebsten mag Mutti Nudelsuppe mit Rindfleisch. Das Rindfleisch holst du beim Metzger Huber.

Luise hebt den Kopf. Metzger Huber, Max-Emanuel-Straße, Ecke Prinz-Eugen-Straße, murmelt sie.

Lotte nickt befriedigt. Das Kochbuch steht im Küchenschrank, im untersten Fach ganz links. Und in dem Buch liegen alle Rezepte, die ich kann.

Luise notiert: Kochbuch Küchenschrank unteres Fach ganz links Dann stützt sie die Arme auf und meint: Vor dem Kochen hab ich eine Heidenangst! Aber wenns in den ersten Tagen schief geht, kann ich vielleicht sagen, ich hätts in den Ferien verlernt.



Lotte nickt zögernd. Außerdem kannst du mir ja gleich schreiben, wenn etwas nicht klappt. Ich gehe jeden Tag aufs Postamt und frage, ob etwas angekommen ist.

Ich auch, meint Luise. Schreib nur recht oft! Und iss tüchtig im lmperial! Vati freut sich immer so, wenn es mir schmeckt!

Zu dumm, dass ausgerechnet gefüllter Eierkuchen dein Lieblingsgericht ist!, murrt Lottchen. Na, da kann eben nichts helfen! Aber Kalbsschnitzel und Gulasch wären mir lieber!48

Wenn du gleich den ersten Tag drei Eierkuchen isst, oder vier oder fünf, kannst du hinterher sagen, du hast dich fürs ganze weitere Leben daran überfressen, schlägt Luise vor.

Das geht, antwortet die Schwester, obwohl sich ihr bereits bei dem bloßen Gedanken an fünf Eierkuchen der Magen umdreht. Sie macht sich nun einmal nichts daraus!

Dann beugen sich beide wieder über ihre Heftchen und hören einander wechselseitig die Namen der Mitschülerinnen, die Sitzordnung in der Klasse, die Gewohnheiten der Lehrerin und den genauen Schulweg ab.

Mit dem Schulweg hast dus leichter als ich, meint Luise. Du sagst Trude ganz einfach, sie soll dich am ersten Tag abholen! Das macht sie manchmal. Na, und da läufst du dann ganz gemütlich neben ihr her und merkst dir die Straßenecken und den übrigen Palawatsch49!

Lotte nickt. Plötzlich erschrickt sie. Das hab ich noch gar nicht gesagt vergiss ja nicht, Mutti, wenn sie dich zu Bett bringt, einen Gutenachtkuss zu geben!

Luise blickt vor sich hin. Das brauch ich mir nicht aufzuschreiben. Das vergesse ich bestimmt nicht!


Merkt ihr, was sich anspinnt?50 Die Zwillinge wollen den Eltern noch immer nicht erzählen, dass sie Bescheid wissen. Sie wollen Vater und Mutter nicht vor Entscheidungen stellen. Sie ahnen, dass sie kein Recht darauf haben. Und sie fürchten, die Entschlüsse der Eltern könnten das junge Geschwisterglück sofort und endgültig wieder zerstören. Aber das andere brächten sie erst recht nicht übers Herz: als wäre nichts geschehen, zurückzufahren51, woher sie gekommen sind! Weiterzuleben in der ihnen von den Eltern ungefragt zugewiesenen Hälfte!52 Nein! Kurz und gut, es ist eine Verschwörung im Gange! Der von Sehnsucht und Abenteuerlust geweckte, fantastische Plan sieht so aus: Die beiden wollen Kleider, Frisuren, Koffer, Schürzen und Existenzen tauschen! Luise will, mit braven Zöpfen, als sei sie Lotte, zur Mutter, von der sie nichts als eine Fotografie kennt, heimkehren! Und Lotte wird, mit offenem Haar, lustig und lebhaft, wie sies nur vermag, zum Vater nach Wien fahren!

Die Vorbereitungen auf die zukünftigen Abenteuer waren gründlich. Die Hefte sind randvoll von Notizen. Man wird einander postlagernd schreiben, wenn wichtige unvorhergesehene Ereignisse53 eintreten sollten.

Vielleicht wird es ihnen gelingen zu enträtseln, warum die Eltern getrennt leben? Und vielleicht werden sie dann, eines schönen, eines wunderschönen Tages miteinander und mit beiden Eltern doch so weit wagen sie nicht zu denken, geschweige54 denn, darüber zu sprechen.


Das Gartenfest am Vorabend der Abreise ist als Generalprobe gesehen. Lotte kommt als lockige, lebhafte Luise. Luise erscheint als brave, bezopfte Lotte. Und beide spielen ihre Rollen ausgezeichnet. Es macht beiden einen Mordsspaß55, einander laut beim eigenen Vornamen zu rufen. Lotte schlägt vor Übermut Purzelbäume56, und Luise tut so sanft und still, als könne sie kein Wässerchen trüben57.

Die Lampions schimmern in den Sommerbäumen. Die Girlanden schaukeln im Abendwind. Das Fest und die Ferien gehen zu Ende. An der Tombola werden Gewinne verteilt. Steffie gewinnt den ersten Preis, die Rollschuhe. (Besser ein schwacher Trost als gar keiner!)

Die Schwestern schlafen schließlich, ihren Rollen treu, in den vertauschten Betten und träumen vor Aufregung wilde Dinge58. Lotte beispielsweise wird in Wien am Bahnsteig von einer überlebensgroßen Fotografie59 ihres Vaters abgeholt, und daneben steht ein Hotelkoch mit einem Schubkarren voll dampfender Eierkuchen brr!


Am nächsten Morgen, in aller Herrgottsfrühe60, fahren in der Bahnstation Egern, bei Seebühl am Bühlsee zwei aus entgegengesetzten Richtungen kommende Züge ein. Dutzende kleiner Mädchen klettern in die Abteile. Lotte beugt sich weit aus dem Fenster. Aus einem Fenster des anderen Zuges winkt Luise. Sie lächeln einander Mut zu. Die Herzen klopfen. Das Lampenfieber61 wächst. Wenn jetzt nicht die Lokomotiven zischten und spuckten, würden die kleinen Mädchen vielleicht im letzten Moment doch noch

Aber nein, der Fahrplan hat das Wort. Der Stationsvorsteher hebt sein Szepter. Die Züge setzen sich gleichzeitig in Bewegung. Kinderhände winken.

Lotte fährt als Luise nach Wien. Und Luise als Lotte nach München.


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